Ideen für das Karate Training

Karate lernen – Tipps und Tricks für den Alltag

Jeder Kampfsportler weiß – Karate lernen bedeutet ständiges Training. Für manchen scheitert dieser Anspruch am inneren Schweinehund und an der freien Zeit zwischen Familie und Arbeit. Darum sollte der Karateka jede freie Minute nutzen, um alltägliche Abläufe mit kleinen Trainingseinheiten zu verbinden. Ob Zähneputzen, Wartezeiten an der Supermarktkasse oder im Büro – Dehnung, Balance, Kraft und Ausdauer kann man überall trainieren.

Karate Training im Alltag

Karate Training im Alltag

Möglichkeiten zur Unterstützung des Karate Trainings

Online Videos – Karate lernen durch youtube

Gerade für Anfänger verschiedener Kampfsportarten sind die Abläufe im Training und die vielen verschiedenen Katas schwer zu merken. Kaum ist man zuhause und möchte die gerade gelernte Karate Kata nochmal wiederholen, fallen einem die Abläufe und die richtigen Bewegungen nicht mehr ein. Aus Angst, die Kata nicht richtig auszuführen, übt der Karateka Frischling lieber gar nicht und wartet auf die nächste Trainingsstunde im Verein oder im Dojo.
Da kann das Video Portal youtube helfen. Wie in vielen anderen Bereichen, findet der Karateka hier gute Videos zu Katas, Kihon, Bunkai oder Kumite. Einige Karate Lehrer haben die Bewegungen und die richtigen Abläufe auch kommentiert. So kann der Übende einen Ablauf nochmal zuhause ausprobieren. Tipp: Wer zu müde ist, der kann sich ein Video auch vor dem Einschlafen nochmal anschauen und die Kata im Geiste nachvollziehen. Damit verinnerlicht er die Bewegungen und Abläufe und kann im Karate Training die Abfolgen besser aus dem Gedächtnis abrufen.

http://youtu.be/3R4hVqxix0E

26 Katas Shotokan

Sich selber filmen oder fotografieren beim Karate

Wenn das Dojo oder die Turnhalle einen Spiegel hat, dann sind alle Karatekas im Vorteil. Hier kann sich jeder selber beobachten und seinen eigenen Bewegungen mit denen des Karate Lehrers vergleichen. Trotzdem geht das meistens zu schnell, denn der Karateka muss sich auf viele Dinge konzentrieren. Stimmt meine Haltung, führe ich die Armbewegung richtig aus und ist meine Anspannung – mein Kime korrekt? Alleine beim Fauststoß können 27 Fehler gemacht werden. Wie soll sich da noch jemand selber im Spiegelbild nachhaltig korrigieren können! Am besten greift man zur Filmkamera. Zuhause vor dem Bildschirm wird man schnell bestimmte Fehlhaltungen entdecken - falsche Ausführungen und Angewohnheiten, die das Gesamtbild einer Kata stören. Wer noch konkreter in die Korrekturen gehen möchte, der fotografiert seine Haltungen bei bestimmten Karate Techniken. Wie das genau funktioniert, beschreibt Andreas Sturm anschaulich in seinem Blog karate-kampfkunst.de.

Abläufe bei Karate lernen – Schritt für Schritt

Egal ob Kihon, Kumite oder Kata – am Besten lernen Karatekas komplexe Abläufe und Bewegungen im Karate, in dem sie diese in viele kleine Einheiten zerlegen. Diese strukturiert er dann in verschiedene Schwierigkeitsstufen und übt Schritt für Schritt von der leichteren Variante bis zum komplexen Ablauf. Hier ein Beispiel am Oi-Zuki - Gleichseitiger Fauststoß im Vorwärtsgehen: Der Anfänger hat oft Schwierigkeiten mit der Haltung und dem Vorwärtsgehen. Die Japaner hatten früher einen Passgang, der für uns Europäer völlig ungewohnt ist.
Das heißt: Beine und Arme schwingen nicht gegengleich sondern miteinander beim Gehen. Um das Gefühl dafür zu bekommen, sollte man das ein paarmal probieren. Um die Balance und den festen Stand zu finden, führt man die Füße immer unter der Körpermitte - dem sogenannten Hara wieder zusammen. Erst wenn das Vorwärtsgehen mit dem richtigen Druck nach vorne in einem tiefen Stand gut funktioniert, dann nimmt man die Bewegungen der Arme dazu. Dabei sollten sich beim Karate die Arme seitlich am Körper wie auf einer Schienen bewegen. Erst jetzt kommt die Technik des Fauststoßes dazu. So wie diese Kihon Übung zerlegt wird, kann der Karateka auch die Abläufe jeder Kata zerlegen und die einzelnen Sequenzen üben. Damit arbeitet er sich effektiv mit einem Schritt nach dem andern zu komplexen Techniken der Kampfkunst Karate.

Karate-Bewegungen in Bildsprache zerlegen

Schon Funakoshi hat seine Schüler gelehrt – stellt euch eure Arme als Schwerter vor. Mit dieser Bildsprache gewinnen bestimmte Techniken automatisch mehr Kraft und Energie. So ist auch der Tiger in den Japanischen Kampfkünsten das Symbol des Shotokan Karate. Über den Tigergang im Training stöhnt so mancher Anfänger am nächsten Tag wegen Muskelkater. Der schleichende Gang wird auf allen Vieren tief über den Boden vorwärtsbewegend ausgeführt. Um seinen Gang nach vorne den richtigen Druck und mehr Dynamik zu verleihen, kann sich der Karateka sich selber als Pferd vorstellen und seine Armtechnik als Lanze beim Ritterturnier. Kaum hat man das Bild im Kopf, schon spürt man die Energie beim Kizami Tsuki, dem Fauststoß mit der vorderen Faust. Auch für den richtigen tiefen Stand kann sich der Karateka ein Sinnbild suchen. Hier ist vielleicht ein Lot, dass durch die Erdanziehungskraft nach unten fällt eine Hilfe. Es geht durch die Mitte des Körpers und verbindet den Kampfkünstler mit dem Boden, nein am besten mit dem Zement unter dem Boden des Dojos! Die Tipp: Sucht Euch für bestimmte Techniken ein Sinnbild oder ein Tier und kombiniert diese Technik geistig mit der gedanklichen Vorstellung.

Karate Techniken in Bildsprache zerlegen

Karate Techniken in Bildsprache zerlegen

Dehnung – Karate üben im Alltag

Nicht jeder ist eine „Lerche" und springt gerne frühmorgens eine Stunde eher aus dem Bett um seine erste Kata oder andere Karate Techniken zu üben. Den Morgenmuffeln unter den Karatekas dürfte da so manches misslingen. Dem verschlafenen Karateka helfen schon kleine Übungen beim Zähneputzen vor dem Spiegel. Statt ins zerknitterte Spiegelbild zu schauen, runter in den Kiba dachi – der Reiterstellung und drei Minuten Zähneputzen. Den Kaffee vor der Bürozeit trinkt der emsige Karateka dann auch auf einem Bein und dehnt dabei nicht nur für den yoko geri keage, sondern trainiert auch die Balance. Auch im Büro finden sich solche Momente. Ob am Schreibtisch oder in der Pause. Kampfkünstler nutzen alle Momente desAlltags zum Trainieren. Die alten Japaner haben früher als Trainingsgerät Vasen mit Sand gefüllt. Diese wurden dann als Trainingsgerät für die Fingermuskulatur genutzt. Mit jeder Hand wurde der Rand einer Vase umfasst und diese dann hochgehoben und gehalten. Wer da im Supermarkt gerade Getränke gekauft hat und in der Schlange warten muss, ist deutlich im Vorteil! Am besten gleich die 11/2 Liter Flaschen nehmen!

Zeichnungen und Puzzle für das Karate Training nutzen

Egal ob alt oder jung, für Anfänger sind manchmal die Kinderbücher zum Karate lernen am einfachsten. Dort ist dann anhand von Zeichnungen die genaue Abfolge der Techniken genau erklärt und nochmal beschrieben. Was kommt zuerst, welche Bewegung kam nach der Drehung, worauf muss ich achten? Diese Fragen klären sich schnell, wenn der Karate Anfänger die Zeichnungen anschaut. Eine besonders kreative Idee ist hier auch ein Schiebepuzzle für die Taikyoku Shodan, die erste Kata für die Einsteiger in die Kampfkunst Karate. Auch für andere Katas findet man durch Puzzle spielerisch Zugang zum richtigen Ablauf einer Kata. Katas puzzlen - das ist Karate lernen quergedacht!

Fazit:

Wer wirklich Karate lernen möchte, der wird Wege und Zeit für Trainingsmöglichkeiten finden. Und welcher Karateka jetzt immer noch keine Idee hat, der sollte seinen Karate Sensei fragen. Der hat bestimmt sofort mehrere Tipps und Ratschläge parat.

Autor: Stefanie Wallner
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Ich bin doch keine zwanzig mehr, murrt ein Endvierziger beim Karate Aufwärmtraining vor sich hin. Ausgiebig zeigt der Karate Sensei verschiedene Übungen zum Stretching und Dehnen. Ein Spagat ist hilfreich für alle Beintechniken und lockere Schultern bedeuten bessere Armtechnik und damit Schnelligkeit. Doch bei diesen Übungen ist tägliches dranbleiben gefragt – gerade dann, wenn man nicht mehr zu den Jüngsten gehört!

 
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