Die Basis der Kampfkunst

Aller Anfang ist schwer - Kihon, die Karate Grundschule

Erwartungsvoll steht der Schüler das erste Mal im Karate Training und stellt fest, dass er das „Gehen" neu lernen muss. Jeder Schritt, jede Arm- und Handbewegung muss präzise erarbeitet werden, damit er die Techniken später zu den Katas (Stilisierter Kampf gegen imaginäre Gegner) zusammenfügen kann. Auch für den Partnerkampf – das Kumite – ist das Kihon wie das Wasser für die Blumen. Ohne das Kihon kann der Karateka nicht wachsen, sich nicht weiterentwickeln - weder körperlich noch geistig!

Kihon Training

Kihon Training

Der Karateka übt Kihon sein Leben lang!

Vorteile des Kihon –Training

In der Grundschule unterscheidet man zwischen verschiedenen Techniken und Stellungen. Zu den Armtechniken gibt es passende Beinstellungen und Körperhaltungen. Anfänger und auch noch Fortgeschrittene müssen diese Körperhaltungen ständig wiederholen, damit sie die einzelnen Abläufe verinnerlichen und im Notfall intuitiv anwenden können. Dabei müssen sie auf Ihre Köperspannung achten und sich stark konzentrieren. So lernen Anfänger langsam, sich auch geistig für das Karate Training vorzubereiten. Deswegen ist jede Übung im Kihon nicht nur körperliches Training, sondern auch ein meditativer Weg um den Alltag auszublenden.

Die verschiedenen Stellungen (Dachi Waza) beim Karate Kihon Training

Bereitschaftsstellungen

Auch wenn keine Techniken ausgeführt werden, nimmt der Karateka verschiedene Stellungen ein. So gibt es z. B. eine vorgeschriebene Stellung, wenn man den Lehrer/Sensei begrüßt oder während man dem Lehrer zuhört, wenn er verschiedene Techniken erläutert. 

Beispiele:

Heisoku-Dachi - Bei Heisoku-Dachi stehen die Füße zusammen.

Heiko-Dachi - Beim Heiko-Dachi stehen die Füße parallel und in Schulterbreite von einander entfernt.

Musubi-Dachi - Bei Musubi-Dachi berühren sich die Fersen. Die Zehen zeigen nach außen, so dass zwischen den Füßen ein rechter Winkel entsteht.

Hachiji-Dachi - Die Füße schulterbreit auseinander und sind wie bei Musubi-Dachi nach außen gerichtet.

 

Kampfstellungen bei den Grundtechniken

Während der Karateka die Grundtechniken übt, nimmt er die verschiedenen Grundstellungen (Shizentai, wörtlich natürliche Körperhaltung) ein. Damit hat sein Stand die nötige Stabilität hat und er das Gleichgewicht besser halten kann, nimmt er von Anfang an einen tiefen Stand ein. Das ist sehr anstrengend, hat aber jede Menge Vorteile. Die Beinmuskulatur wir nachhaltig trainiert und er findet seinen Schwerpunkt zur Körpermitte. Sein Gang bekommt Spannung und Schwung. Er kann schneller agieren und kraftvoller nach vorne gehen.

https://www.youtube.com/watch?v=EbIaHIdsb_w

Kihon als Basis für alle Karatetechniken

Verschiedene Beinstellungen beim Karate Training

Zenkutsu-Dachi:

Vorwärtsstellung: In dieser Stellung stehen die Füße etwa eine Schulterbreite neben- und eineinhalb Schulterbreiten voreinander (s. Grafik). Der vordere Fuß ist leicht nach innen gedreht, so dass seine Außenkante etwa nach vorne zeigt; der hintere Fuß ist dazu parallel.

Sanchin-Dachi:

Die Füße stehen eine Schulterbreite auseinander und eine Fußlänge hintereinander, so dass die Zehen des hinteren und die Ferse des vorderen Fußes auf einer Höhe sind. Der hintere Fuß ist gerade nach vorne gerichtet, der vordere leicht nach innen gedreht. Das Gewicht ist gleichmäßig auf beide Füße verteilt.

Kiba-Dachi:

Diese Stellung wird auch Reiterstellung genannt. Sie heißt so, weil der Karateka dabei aussieht, als würde er auf einem sehr breiten Pferd sitzen. Die Füße stehen dabei doppelt schulterbreit nebeneinander. Die Fußaußenkanten zeigen parallel nach vorne und die Knie befinden sich möglichst direkt über den Füßen. Es ist eine sehr tiefe Stellung.

Shiko-Dachi:

Dieser Stand wird auch Vier-Schenkel-Stand genannt. Er signalisiert im Karate eine breitbeinige, tiefe, offene Bereitschaftsstellung. Die Füße zeigen allerdings im Gegensatz zum Kiba Dachi um 45 ° nach außen. Kokutsu-Dachi: Diese Stellung ist eine nach hinten gerichtete Rückwärtsstellung. Der vordere Fuß und hintere Ferse befinden sich dabei auf einer Linie. Der hintere Fuß ist maximal 90° abgedreht, das zugehörige Knie nach außen gespannt. Das vordere Bein sollte dabei nicht ganz gestreckt sein, damit der Karateka bei Angriffen gegen das Knie nicht das Gleichgewicht verliert.

Armtechniken und Fausttechniken bei Karate

Verschiedene Angriffstechniken

  • Zuki – Ist ein Fauststoß
  • Choku-Zuki - Gerader Fauststoß nach vorne
  • Oi-Zuki - Gleichseitiger Fauststoß im Vorwärtsgehen parallel zum Gang
  • Gyaku-Zuki - Gerader Fauststoß nach vorne entweder zum Kinn oder zur unteren Körperhälfte
  • Kizami-Zuki – ist ein sogenannte „Prellstoß" und wird parallel zur Beinstellung ausgeführt
  • Sanbon-Zuki - Links-rechts-links/Rechts-links-rechts-Stoß zur oberen Körperhälfte, dann unten und nochmal unten
  • Ren-Zuki - Links-rechts-/Rechts-links-Stoß zur oberen und dann zur unteren Körperhälfte
  • Shuto-Uchi – ein Schwerthandschlag
  • Nukite – ein Speerhandstoß mit den Fingerspitzen
  • Tate-Uraken-Uchi - Faustrückenschlag von oben
  • Yoko-Uraken-Uchi - Faustrückenschlag zur Seite
  • Empi-Uchi - Ellbogenschlag
  • Haito-Uchi - Schlag mit der Innenkannte der Hand
  • Tate-zuki - senkrechter Faustschlag von oben
  • Teisho-Uchi - Handwurzelschlag
  • Tettsui-Uchi - Mit dem Hammerfaustschlag schlägt der Karateka abwärts die Unterseite der geschlossenen Faust auf den Körper des Gegners
  • Kagi-Zuki - Hakenstoß

Abwehrtechniken

  • Gedan-Barai – Fegetechnik: Abwehr unten mit Unterarm
  • Age-Uke - Aufwärtsblock mit abgewinkelten Arm zum Kopf hin
  • Soto-Uke - Abwehr mittlere Körperhälfte von außen nach innen
  • Uchi-Uke - Abwehr mittlere Körperhälfte von innen nach außen
  • Morote-Uke - obere Blockabwehr mit unterstützendem zweiten Arm
  • Nagashi-Uke – Fegeabwehr mit einer Hand
  • Shuto-Uke - Handkantenabwehr
  • Haishu-Uke - Handrückenabwehr
  • Teisho-Uke - Handballenabwehr
  • Osae-Uke - Pressabwehr
  • Sukui-Uke - Schaufelabwehr

Fußtechniken

  • Mae-Geri - Fußtritt nach vorne
  • Mae-Geri keage – geschnappter Fußtritt nach vorne
  • Mae-Geri kekomi – gestoßener Fußtritt nach vorne
  • Yoko-Geri - Fußtritt zur Seite#
  • Yoko-Geri keage - geschnappter Fußtritt zur Seite
  • Yoko-Geri kekomi - gestoßener Fußtritt zur Seite
  • Mawashi-Geri -Halbkreisfußtritt
  • Ushiro-Geri - Fußstoss nach hinten
  • Ura-Mawashi-Geri - Halbkreisfusstritt nach innen mit der Ferse
  • Ushiro-Mawashi-Geri - Halbkreisfußtritt rückwärts mit ganzer Körperdrehung
  • Kizami-Geri - Fußtritt mit vorderem Bein
  • Fumikomi – Stampftritt
  • Fumikiri - Schneidetritt
  • Ashi-Barai - Fußfeger
  • Hiza-Geri - Knietritt

Atemtechnik

Kokyu ist der japanische Begriff für Atmung. In der Kampfkunst Karate wird sehr viel Wert auf die richtige Atemtechnik gelegt, denn Sie bringt dem Karateka die nötige Kraft und Spannung für seine Techniken. So gibt es zu verschiedenen Katas und Bewegungen auch unterschiedliche Atemtechniken. Ein kurzes Einatmen und ein kurzes Ausatmen nutzt man oft bei Angriffstechniken, denn das verleiht den in großer Geschwindigkeit ausgeführten Stößen die optimale Kraft. Dagegen trainiert man bei bestimmten Katas bewusst das lange Einatmen und das lange Ausatmen. Das wirkt wie eine Meditation und fördert nachhaltig die Konzentration. Für die Weiterentwicklung und den Ki-Fluss (Energie im Körper fließen lassen und bei Angriff auf den Punkt bringen) des Karatekas sind Übungen der Atemtechniken sehr wichtig. Zen(Verlinkung mit Artikel Zen) ist eine Vereinigung des Körpers, der Seele und des Atems mit dem Universum. Wer seine Seele ordnen möchte, muss zuerst den Körper und die Atmung ordnen, denn alles ist miteinander verbunden. Um das zu erreichen, ist jahrelanges Training nötig.

Arten und Formen der Atmung

1. Langsames einatmen, langsames ausatmen (choton choto)

2. Langsames einatmen, schnelles ausatmen (choton tanto)

3. Schnelles einatmen, schnelles ausatmen (tanton tanto)

4. Schnelles einatmen, langsames ausatmen (tanton choto)

5. Wellenförmiges ein- und ausatmen (keitondo)

Autor: Stefanie Wallner
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