Sportlich zur guten Führungskraft?

Was Kampfkunst und gute Unternehmensführung gemeinsam haben

Die Kunst des Kampfes und die Kunst der Unternehmensführung haben sehr viele Gemeinsamkeiten, die allerdings erst bei genauerem Hinschauen richtig ins Auge fallen. Erfahren Sie hier, was Sie als Führungskraft eines Unternehmens aus der Kampfkunst lernen können und wie Sie mit Ihrem Unternehmen den „Kampf" am Markt erfolgreich bestreiten.

Führungskraft beim Karate

Was haben Führungskultur und Kampfkunst gemeinsam?

Wer einen Kampf gar nicht erst entstehen lässt, hat bereits gewonnen

Abgrenzung Kampfkunst - Kampfsport

Wer sich mit dem Begriff „Kampfkunst" beschäftigt stößt häufig zunächst auf die Frage, was die Kampfkunst vom Kampfsport unterscheidet. Vereinfacht ausgedrückt geht es beim Kampfsport darum, sich mit einem Gegner im Wettkampf zu messen. Um hierbei ein faires Vorgehen zu gewährleisten, werden eindeutige Regeln festgesetzt und die Gegner treten zum Beispiel in gleichen Gewichtsklassen an. Bei der Kampfkunst steht ausschließlich die Anwendung von Fertigkeiten und Techniken in der Auseinandersetzung mit einem Gegner im Vordergrund. Insofern finden bei den Kampfkünsten keine sportlichen Wettbewerbe statt. Es wird nach dem ganzheitlichen Ansatz viel Wert auf eine umfassende Ausbildung gelegt, die den kompletten Körper trainiert. Nahezu alle Körperteile werden zur Ausübung von Techniken zur Selbstverteidigung nutzt. Die dahinter stehende Haltung des Kampfkünstlers ist es, den Kampf zu vermeiden, allerdings stets bereit zu sein, wenn doch ein Angriff erfolgt. Die Kraft, die der Angreifer aufbringt, wird dabei zur Abwehr genutzt und gegen ihn eingesetzt.

Ist Unternehmensführung eher mit Kampfsport oder mit Kampfkunst vergleichbar?

Ohne Zweifel: Unternehmen stehen als Marktteilnehmer im Wettbewerb. Ob dieser immer sportlich fair nach vereinbarten Regeln und in „gleichen Gewichtsklassen" ausgetragen wird, darf allerdings stark bezweifelt werden. Um als Unternehmen am Markt erfolgreich zu agieren ist daher analog zur Kampfkunst genauso Durchsetzungsvermögen gefragt wie Innovationsstärke, Flexibilität, überlegtes Handeln, variantenreiches Vorgehen und der gezielte Einsatz der Ressourcen. Anders ausgedrückt: Auch Unternehmensführung ist eine Kunst, die mit der Anwendung der richtigen Instrumente und Techniken Angriffe gekonnt abwehrt und die Kraft des Angreifers gezielt nutzt. Wenn der „Angriff" als der ständig stattfindende Veränderungsprozess verstanden wird, dem jeder Markt unterworfen ist, wird der Zusammenhang deutlich. Gerade technische Innovationen führen zu neuen Rahmenbedingungen, auf die das Unternehmen reagieren muss. Sich dem zu stellen, ist die Kernaufgabe der Unternehmensführung. Hier gilt es, wie in der Kampfkunst die für die jeweilige Situation richtige Technik auszuwählen und anzuwenden. Und dann flexibel und schnell zu reagieren, falls sich der ausgewählte Weg nicht als der richtige erweist. Hierzu braucht es vor allem gut ausgebildete Führungskräfte, die in jedem Unternehmen die Knotenpunkte des Systems bilden und daher eine enorm wichtige Funktion übernehmen: Vorbild zu sein in Haltung und Handeln.

Die Grundlage der Kampfkunst und der Unternehmensführung : verantwortungsvoller Umgang mit Techniken

In der Ausbildung erlernt der Kampfkünstler vor allem den verantwortungsvollen Umgang mit seinen Fähigkeiten. Dies ist von elementarer Bedeutung, da mit den Techniken dem Gegner schmerzhafte Verletzungen zugefügt werden können, aber nicht sollen. Dem Kampfkünstler steht beim Kampfsport immer ein Instrumentarium an geeigneten Mitteln zur Verfügung, so dass er jederzeit den Weg (oder das „Wie?") kennt, der in der jeweiligen Situation zu beschreiten ist. Dabei orientiert sich die Art der Verteidigung immer am Verhalten des Gegners. Somit ist es erforderlich, seine Umgebung intensiv wahrzunehmen, situationsorientiert auf sie zu reagieren und jederzeit bewusst mit ihr umzugehen.

Auch bei der guten Unternehmensführung steht der verantwortungsvolle Umgang mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen im Vordergrund unternehmerischen Handelns. Was bei der Kampfkunst das Repertoire an Techniken ist, das zur Verfügung steht, sind im Unternehmen vor allem das eingesetzte Material sowie das Personal und der bewusste Umgang damit. Gerade in Führungssituationen können Mitarbeitern sehr schnell „schmerzhafte Verletzungen" zugefügt werden. Dies zeigt sich zum Beispiel beim Thema Fehlertoleranz. Nehmen wir an, ein Mitarbeiter geht zu seiner Führungskraft und „beichtet" einen Fehler, der einen sehr geringen betriebswirtschaftlichen Schaden nach sich zieht. Wenn die Führungskraft in dieser Situation alles dafür tut, den Fehler hervorzuheben und den Verursacher an den Pranger zu stellen (eventuell sogar öffentlich), kann von verantwortungsvollem Umgang keine Rede sein. Eine angemessene situationsbedingte Reaktion ist in diesem Fall einzig und allein die Konzentration auf die Fehlerbehebung und die Vermeidung desselben in der Zukunft. Nur durch dieses Vorgehen erlernt der Mitarbeiter die Fähigkeit, lösungsorientiert zu denken.

Kampfkunst und Führung

Durch Kampfkunst im Unternehmen führen lernen

Ohne Kampf gewinnen

Daneben ist die bewusste Wahrnehmung der Umgebung für jedes Unternehmen notwendig. Wo stehen wir mit unserem Unternehmen im Markt? Was macht der Wettbewerb? Welche Trends gibt es? Welche davon können / wollen wir verfolgen, welche nicht? Wie können wir unsere Marktanteile steigern? Welche Möglichkeiten bieten sich auf neuen Märkten? Worauf können / müssen wir in Zukunft verzichten?

Dies sind nur einige Fragen, die sich ein Unternehmen regelmäßig stellen sollte. Um aus den Antworten dann die richtigen Schlüsse zu ziehen und vorausschauende Entscheidungen zu treffen. Oder anders ausgedrückt: um als Organisation zu lernen. Gelingt es dem Unternehmen, die eigenen Stärken zielgerichtet einzusetzen, wird es sich selbständig und auch ohne äußere Notwendigkeiten ständig weiter entwickeln und damit die Veränderung des Marktes mitbestimmen. Die Kunst der Unternehmensführung beinhaltet also, die Kraft des Marktes zu nutzen. Gelingt dies dem Unternehmen, ist es damit erfolgreicher, als wenn es die laufenden Entwicklungen nur abwehrt. Und es ist dann wie bei der Kampfkunst: werden dort die Techniken richtig angewendet, dauert der Kampf in der Regel nicht lange.

Über den Autor: Reiner Schon, Trainer und Coach, ist Geschäftsführer der Methodo Beratung GmbH. Er übt in seiner Freizeit die Kampfkunst Hapkido aus. www.methodo-beratung.de.

Autor: Reiner Schon
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