Die Kunst zu dehnen, nehmen und zu geben

Karate fordert nachhaltiges Training und einen starken Willen

Ich bin doch keine zwanzig mehr, murrt ein Endvierziger beim Karate Aufwärmtraining vor sich hin. Ausgiebig zeigt der Karate Sensei verschiedene Übungen zum Stretching und Dehnen. Ein Spagat ist hilfreich für alle Beintechniken und lockere Schultern bedeuten bessere Armtechnik und damit Schnelligkeit. Doch bei diesen Übungen ist tägliches dranbleiben gefragt – gerade dann, wenn man nicht mehr zu den Jüngsten gehört!

dehnen bei Karate

Dehnen bei Karate? Aber wann?

Dehnen für besseres Karate – Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Dehnübungen im Alltag integrieren

Job, Kinder, Haushalt – manchmal hat der Tag einfach nicht genug Stunden, um alles unter einen Hut zu bringen. Am Abend beim Karate Training schwitzt man beim Mae Geri und Mawashi Geri. Das Bein bekommt man immer noch nicht weiter hoch und eigentlich weiß man genau – ohne dehnen und vorbereitende Übungen wird sich daran in der nächsten Zeit kaum etwas ändern. Wer sich jetzt vornimmt, ab morgen mache ich jeden Tag Übungen zu Spagat, der hört den inneren Schweinehund: „Ja, aber wann?"

1. Fernsehzeit clever genutzt

Steht eigentlich irgendwo geschrieben, dass man während der täglichen Nachrichten oder dem spannenden Krimi im TV seine ganze Zeit auf dem Sofa verbringen muss? Runter vom Sofa und Stretching machen! Die Kinder finden das bestimmt auch klasse und machen gleich mit.

https://www.youtube.com/watch?v=Ia5ZTVQnsBw

Mehr Flexibilität bei Karate erreichen - durch tägliches Training!

2. Morgens groß rauskommen!

Selbst Morgenmuffel werden es lieben – Morgens rekeln und strecken! Wer das warme Bett nicht gleich verlassen will, kann das sogar im Liegen tun. Erst das rechte Bein beginnend vom Fuß an strecken und alle Muskeln anspannen. Dann schnell locker lassen. Dasselbe bei dem anderen Bein und bei den Armen. Zum Schluss den ganzen Körper. Jetzt raus aus dem Bett und dann lang noch oben strecken und schnell die Arme locker fallen lassen. Mal nach unten strecken und die Füße berühren. Taille nach rechts und links dehnen – und schon geht man ein paar Zentimeter größer ins Büro!

https://www.youtube.com/watch?v=jcYSPrFH0u0

Beispiele für Dehnübungen im Liegen

3. Schlange stehen als Storch!

Warten an der Kasse oder auf die Bundesbahn – eine lästige Angelegenheit. Wer hier sein Gleichgewicht finden will, der wartet einfach mal eine Zeit lang auf einem Bein! Und für Fortgeschrittene – das Ganze wiederholen wir in der U-Bahn! Unter Umständen macht man beim Umfallen nette Bekanntschaften!

https://www.youtube.com/watch?v=E3wsSa1Y7Zs

Karate Übungen für ein besseres Gleichgewicht!

4. Kochen mal anders!

Wie oft steht man in der Küche und wartet – auf kochendes Wasser, den Toast, usw. Jetzt schnell mal runter vor dem Herd und Beine dehnen! Selbst Schlauchküchen lassen einen Kiba dachi zu! Tipp für kleine Karatekas: Ab und zu mal wieder hochkommen und in den Topf schauen! Kann übrigens auch beim Bügeln praktiziert werden, denn alle Bügelbretter sind höhenverstellbar!

https://www.youtube.com/watch?v=JQbl2ATSIt4

Kiba dachi Karate im Alltag integrieren!

5. Büroalltag – den Stress positiv verwerten!

Email lesen – damit verbringen wir viel Zeit im Büro. So ganz emotionslos geht es dabei nicht zu. Aufgaben, Termine, verschiedene Ansichten des Absenders befeuern unser Nervenkostüm. Also warum nicht gleich dabei unsere Griffkraft für die Karate Faust trainieren? Mit einem Antistressball geht das wunderbar, denn Kneten wirkt für die Fingermuskulatur wahre Wunder!

http://youtu.be/X1sv7-xyQYk

Mit einem Antistressball die Griffkraft für Karate Techniken erhöhen!

https://www.youtube.com/watch?v=K8vnc9nLn-U

Und wer sich selber Antistressbälle basteln möchte – mit dieser Anleitung geht das ganz einfach!

6. Vor dem Schlafen abschalten und trainieren!

Man liegt im Bett und findet keine Ruhe. Die Gedanken kreisen und der Alltag ist noch präsent. Statt Gyaku Zukis zählen kann ein Karateka diese Finger-/Handübung zur besseren Koordination beider Gehirnhälften nutzen, um seinen Kopf frei zu machen und seine Gedanken zu fokussieren.

https://www.youtube.com/watch?v=7MuuAnffWOY

Fingerübungen aus dem Tai Chi für Karate!

Wir leben Karate - richtig oder falsch?

Ein nachhaltiges Karate Training kostet uns viel Zeit! Unser Verstand sieht unseren Alltag als Ganzes und signalisiert uns, dass genau diese Zeit fehlt. Aber wenn wir uns jede freie ungenutzte Minute gar Stunde bewusst machen, dann wird jeder trainingswillige Karateka Möglichkeiten entdecken, die er vorher nicht bewusst wahrgenommen hat. Unsere Senseis und Karate Trainer machen es vor. Viele Stunden engagieren Sie sich im Verein. Oft neben Ihrem Beruf und ihrer Familie. Trainieren mehrere Gruppen und auch noch für sich selber zuhause oder auf Lehrgängen am Wochenende. Ihre Motivation: Unseren Weg als Karatekas zu begleiten, Trainingserfolge zu erzielen, uns Karate als Philosophie, als Lebensinhalt näher zu bringen – mit allen gesundheitlichen Aspekten. So wie wir unsere Kinder zu mehr Lernen ermutigen – ermutigen Sie uns zu ganzheitlichem und nachhaltigem Training. Denn nur wir können mit unserem Willen unsere Erfolge bei Karate steigern. Unsere Karate Trainer geben viel. Zeit, ihre Erfahrungen, ihre Energie und ihren Zuspruch! Wir sollten für uns und auch als Dank sowie dem Respekt vor diesem Engagement sagen – Wir leben Karate – Ab jetzt!

Für alle Karate Trainer und Senseis - Danke- dass Ihr für uns da seid!

Ein "Wind" will ich sein

Ein "Wind" wie ein Atem

Ich möchte gut zu euch sein

Eure Tränen trocknen

Euch sanft umhüllen

Und ich möchte fliegen

und Freude verbreiten und Leid lindern

Wenn ihr weint, komme ich euch zu trösten

Wenn ihr glücklich seid, freue ich mich für euch

Doch manchmal, aber nur manchmal bin auch ich erschöpft

Dann fangt mich bitte auf!

aus "Kamikaze Kaito Jeanne" von Arina Tanemura

Autor: Stefanie Wallner
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